Ausgewählte Lichtkunstprojekte und freie fotografische Arbeiten seit 2012:


"Mostar – Alekse Šanticá"

Einkanalvideo

2014

 

Alekse Šanticá – auf den ersten Blick eine Straße, die sich nicht weiter von den anderen in Mostar unterscheidet. Sie ist keine überfüllte Einkaufsstraße, vielmehr Teil eines Wohnviertels. Es gibt eine Schule, Menschen gehen ihren Geschäften nach, Autofahrer suchen nach einem Parkplatz. Die Sonne scheint und modelliert die Einschusslöcher in den Fassaden zu Reliefs. Das ist nichts besonderes, sie gehören zum alltäglichen Stadtbild. Aber auch, wenn man sich als Tourist in Bosnien schon lange an ihren Anblick gewöhnt hat, merkt man sofort, dass in dieser Straße etwas anders ist. Die Einschüsse befinden sich auf beiden Seiten der Straße, keine 10 Meter voneinander entfernt. Hier verlief die Front. Mitten durch die Stadt, mitten durch ihre Bevölkerung. Menschen, die früher Nachbarn waren oder auf die selbe Schule gingen, stehen sich jetzt aufgrund ihrer ethnischen Herkunft gegenüber. Das Einzige, was sie voneinander trennt ist die kleine Fahrbahn der Alekse Šanticá. 

Diese Videoarbeite ist auf ein Minimum an „Effekten“ reduziert. Die Bewegung verläuft subtil, kaum merklich. Aber ausreichend, um das Gefühl „Hier stimmt etwas nicht!“ zu erzeugen. Hier stimmt etwas nicht, hier haben Nachbarn auf Nachbarn geschossen.


"Ausgangssperre"

C-Print auf MDF

Bosnien-Herzegovina 2014


   

Auswahl aus der Serie, 12 Bilder, A3, kaschiert;


"Bosnien 2014"

C-Print

Bosnien-Herzegovina 2014


Vor weniger als 25 Jahren gab es in Europa Konzentrationslager, systematisierte Massenvergewaltigungen und ethnische Säuberungen. Eine Gesellschaft erholt sich. Zwischen einschusszerlöcherten Fassaden und gläsernen Wolkenkratzern. In belebten Einkaufstrassen und verminten Landstrichen. Mit dem Erbe des Kommunismus und der Rechtfertigung der Religion.


   


Das Projekt "Bosnien 2014" ist eine fotografische Dokumentation der Eindrücke meiner Studienreise nach Bosnien-Herzegowina.

Installation aus 9 Bildern, verschiedene Formate, im Rahmen 70 cm x 100 cm oder Petersburger Hängung.


"Es ist nun nahegekommen, das Ende aller Dinge.

So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet."

Videoinstallation 2013

 
 
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  • "Es ist nun nahegekommen, das Ende aller Dinge..."
    "Es ist nun nahegekommen, das Ende aller Dinge..." Videoinstallation, Alte Feuerwache, Weimar, 2013
  • Installationsansicht Galerie Iconotop Weimar, 2016
  • Installationsansicht Galerie Iconotop Weimar, 2016
  • Installationsansicht Galerie Iconotop Weimar, 2016

Ein gemäldeartiges Tableau Vivant, angelehnt an das Gemälde „Abendmahl in Emmaus“ von Caravaggio, zeigt das Wechselspiel aus Erkenntnis, Verschleierung, Skepsis und Offenbarung. Dabei findet die Handlung auf verschiedenen Realitätsebenen statt. Die erste „Ebene“ enttarnt sich als eine von Zuschauern beobachtete, Bühnensituation in der jetzigen Zeit. Davon ausgehend wird die Illusion eines sakralen Momentes aufgebaut. Die Illusion zerbricht aber nach kurzer Zeit und die profane Realität wird sichtbar. Das Heilige wird entmystifiziert und das Leben offenbart sich als gestellte Szene auf einem Präsentierteller unter Beobachtung eines Publikums. Es findet ein Sprung vom Mittelalter zur Neuzeit statt: vom Betrachten religiöser Ereignisse zu medialer Vernetzung im Alltäglichen. Das Publikum hat die Möglichkeit, minutiös Gestiken und Emotionen der Darstellenden zu beobachten und auf diese Weise tief in ihr Inneres zu blicken. Hier entsteht ein Bezug zur heutigen Veröffentlichung des Privaten, wie sie beispielsweise in Reality-Shows stattfindet, und dem damit einhergehenden Darstellungsdrang einer ganzen Generation über soziale Medien. Parallel dazu findet aber eine Verweigerung des „Gesehen Werdens“ statt. Die Protagonisten verlassen die Bühne und entziehen sich den Blicken des Publikums. Nur einer bleibt allein zurück: es ist der Betrachter, der sich nun selbst im Spiegel der Szenerie erkennt und seinen eigenen voyeuristischen Blicken ausgesetzt ist. Allerdings nicht lange. Das Gemälde enttarnt sich als digitaler Bildschirm, das heutige Tor zur Welt, verweigert seinen Dienst und wird somit zum Teil der fiktiven Szene. Als eigenständige Entität verweigert die zum „Sehen“ genutzte Technik den Zugang zu visuellem Konsum und geistiger Ablenkung und schaltet sich ab.


"Gestern"

C-Print, verschiedene Formate,

2016

Wie Krisen zu transformatorischen Momenten werden...




Installationsansicht zur Ausstellung „Lichtblicke“, Gera, 2017.


"Again"

Videoprojektion auf Holzplatten

2012

 
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  • "Again" at Galerie Kunstreich, Kempten 2018
    "Again" at Galerie Kunstreich, Kempten 2018
  • "Again" at Galerie Kunstreich, Kempten 2018
    "Again" at Galerie Kunstreich, Kempten 2018
  • "Again"
    "Again" Installation zum Brink-Ereignis Wuppertal, 2012
  • "Again" Wandinstalltion Galerie ff15, Leipzig 2018
  • "Again" Wandinstalltion Galerie ff15, Leipzig 2018

Immer wieder! Immer wieder am selben Punkt ankommen. Ohne Ausweg. Obwohl wir dachten, wir hätten etwas gelernt.

Diese Installation erzählt von der subjektiven Wahrnehmung immer wiederkehrender Lebenssituationen, die vom Menschen als ausweglos und beklemmend empfunden werden. In einzelnen Filmsequenzen werden diese Zustände als weißer Kasten visualisiert. Darin interpretiert der Tänzer Jan Lorys die Gefühle von Klaustrophobie und Isolation, die Auswirkungen wie Angst und Depression, Paralyse und Wahnsinn sowie völlige Selbstaufgabe haben. Jede dieser Darstellungen endet mit dem Versuch, die verursachende Situation, also den Kasten, zu verlassen. Allerdings ohne Erfolg. Die Flucht endet in einem gleich aussehenden Raum - „Again“!


Installation ca. 3x4m, Plattengröße von 55x35cm-100x55cm.


Die Arbeit "Again" wurde erstmals 2011 zum Weimarer Pelerinages Kunstfest gezeigt und bis 2014 installativ weiterentwickelt. 

Sie wurde mit folgenden Preisen ausgezeichnet:

2015 Bauhaus Essentials Preis

2018 Artig Sonderpreis



"The Self Reflecting Room"

Raumbezogene Videoprojektion

2013

 

Wenn Raum mehr Platz will, dehnt er sich aus, streckt sich, tastet und erschließt sich neue Bereiche. Diese Skizze stellt den Versuch dar, die Verbindung zwischen visueller und auditiver Wahrnehmung zu erforschen. Durch deren bewusst richtige als auch fehlerhafte Verknüpfung werden illusorische Wahrnehmungsräume geöffnet und mit den kognitiven Fähigkeiten des Betrachters gespielt. Dabei stellt sich die Frage, in welchem Ausmaß die menschliche Erkenntnisverarbeitung auf Erfahrung beruhenden, automatisierten Prozessen unterworfen ist. 

Bei der Dokumentation handelt es sich um eine abgefilmte
Projektion, die mit Techniken des „Architectural Mappings“
umgesetzt wurde.


"Die Formen sind frei!"

Videoprojektion auf Styropor

2013

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  • Die Formen sind frei!
    Die Formen sind frei! Standbild aus Projektion
  • Die Formen sind frei!
    Die Formen sind frei! Standbild aus Projektion
  • Die Formen sind frei!
    Die Formen sind frei! Standbild aus Projektion




Wo ist die Grenze des Mediums?

Kann Skulptur als dreidimensionales Objekt erweitert werden?

Dreidimensionalität wird durch Licht modelliert. Licht kann somit die räumlich begrenzte Form der Skulptur verändern und lebendig werden lassen. Die Form bewegt sich, sie ist frei und durch menschliche Attribute wird sie zum lebendigen Organismus, der fragt: was ist eigentlich Skulptur?

Größe ca. 1,60 m x 1,10 m


"45 Kilo Frau isst 45 Hot Dogs"

Videoprojektion auf Styroporskulptur, 

2012

 
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  • "45-kilo Frau isst 45 Hot Dogs"
    "45-kilo Frau isst 45 Hot Dogs" Videoprojektion auf Styropor, 2012
  • "45-kilo Frau isst 45 Hot Dogs"
    "45-kilo Frau isst 45 Hot Dogs"

Zumindest ein Teil unserer gelebten Selbstwahrnehmung entspringt gesellschaftlichen Vorstellungen. Die soziale Rolle, die wir nach außen repräsentieren, muss aber nicht zwangsläufig der gefühlten Selbstwahrnehmung entsprechen.

Das Bild einer hübschen, jungen Frau im roten Kleid (Tänzerin Kathrin Prochazka) bedient alle Arten geschlechtsspezifischer Klischees. Indem die Frau sich selbst gemäß ihrer (gesellschaftlich oktroyierten) Rolle wahrnimmt, begibt sie sich in einen bestimmten sozialen Raum innerhalb der Gesellschaft. Aber wer bestimmt eigentlich die Kriterien, nach denen eine solche Rolle gespielt werden soll? Der Titel der Arbeit, die Überschrift eines Artikels aus einem Life-Style Magazin, spielt auf die Rolle der Massenmedien in der Entwicklung unseres Selbstbildes an. Denn Artikel, die sich mit Themen wie „Immer mehr junge Männer rasieren sich mehr als nur den Bart“ beschäftigen, nehmen Einfluss auf die Art und Weise wie wir uns selbst wahrnehmen beziehungsweise denken, uns wahrzunehmen sollten. Der Versuch, sich stereotypischen Rollen zu unterwerfen erfordert viel Energie. Diese Anforderung findet sich in der Bewegung der „Lady in Red“ wieder: sie kollabiert, reißt sich zusammen, steht wieder auf und bricht erneut zusammen.


"Nimm Abschied..."

Videoprojektion, 

2012

 
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  • Final Cut?
    Final Cut? Installation zum XXI. Greizer Theaterherbst, 2012
  • Final Cut?
    Final Cut? Installation zum XXI. Greizer Theaterherbst, 2012
  • Final Cut?
    Final Cut? Installation zum XXI. Greizer Theaterherbst, 2012

Was ist das „Ende“ und was kommt danach? Ist nach dem „Ende“ alles vorbei? Oder sprechen wir eher von einer Art „Rite de Passage“? Von einem Moment der Transformation, des Übergangs, dem schon ein neuer Anfang innewohnt?

Das „Ende“ ist gleichzeitig der Nährboden für etwas Neues. Es ist der konstante Kreislauf aus Geburt und Tod. Erst dadurch wird Leben ermöglicht. Die Bilder dieses visuell-auditives Environments erzählen wortlos Geschichten: vom Ende – und dem Danach.


Die Filmsequenzen werden projiziert und sind in Form und Komposition an den Ausstellungsraum angepasst.


"Kolchows - Artefakte sowjetischer Landwirtschaft"

C-Print, 

Ein fotografischer Essay, Work in Progress seit 2011


   

Im Osten Deutschlands ist der Einfluss eines vergangenen politischen Systems sichtbar: die riesigen landwirtschaftlichen Produktionsflächen sind Überbleibsel eines Versuchs, Gesellschaft mit ihren Bedürfnissen anders zu strukturieren. Dieses System existiert nicht mehr. Die großen, verlassen wirkenden Flächen sind noch da und geben ein Gefühl von Leere.

Diese Arbeit ist ein Versuch fotografischer Spurensuche, nach einem Gefühl, das nicht mehr existiert.

Serie aus 4 Bildern, 30 cm x 30 cm, kaschiert;