"Produktion.

Ein Essay über Mensch und Raum."

C-Print

2018

Nachdem die Wallendorfer Porzellanfabrik 1764 gegründet wurde, ist ihre Existenz eng mit den Lebensgeschichten der Bewohner von Lichte verbunden. Nicht nur ganze Familien haben über Generationen dort gearbeitet – es waren fast alle erwerbstätigen Bewohner der Stadt. Das Arbeit identitätsstiftend ist, ist bereits bekannt. Aber bei meiner Recherche in Lichte hat es mich sehr bewegt, zu erkennen, dass es sich nicht nur um Einzelidentitäten handelt: hier geht es um Familienidentitäten und um das Selbstverständnis der gesamten Gemeinde, die durch das Handwerk bestimmt sind. In Lichte sind durch die Insolvenz der Wallendorfer Fabrik nicht nur Arbeitsplätze verloren gegangen. Mit der Schließung der beiden Porzellanfabriken wurden Familientraditionen beendet.
In meiner konzeptuellen Fotoserie „Produktion - Ein Essay über Mensch und Raum“ zeige ich die Orte der einzelnen Produktionsschritte eines Porzellanobjektes. Gleichzeitig zeigen die Bilder, dass hier unmöglich Produktion stattfinden kann. Die leeren Orte werden z. T. durch externe Lichtquellen in Szene gesetzt. Durch die Betitelung der Einzelbilder werden die Orte zusätzlich entmenschlicht. Der Mensch fehlt, der Raum ist leer.


Diese Arbeit wurde 2018 mit dem 2. Preis im Fotowettbewerb "Im Niemandsland - Lost Places in Thüringen" der Sparkassenkulturstiftung im Rahmen der Ausstellung "Erlebnis Industriekultur", Pößneck ausgezeichnet.

Mehr Infos: Ostthüringer Zeitung, MDR Thüringen Journal und Youtube.




"Gestern"

C-Print, Installation

diverse Orte, 2016


Die Fotoarbeit „Gestern“ erzählt, wie aus Krisen transformatorische Momente werden. Die Narration wird durch die Art und Weise der Rauminstallation transportiert. Ich erforsche hier die Möglichkeiten, inszenierte und dokumentarische Fotografie zusammen zu präsentieren. Durch diese Kombination entwickle ich neue Methoden, Fotografie als
 erzählerisches Medium zu nutzen. Die einzelnen Bilder können wie Kapitel oder Absätze eines Buches gelesenwerden. Durch Rahmung bzw. keine Rahmung erhalten sie eine spezifische Akzentuierung.
 Ihre räumliche Anordnung wiederum, stellt Bezüge her und verbindet die Kapitel miteinander. Gleichzeitig wird dem Betrachter freigestellt, eigene Assoziationen zu entwickeln und somit seinen individuellen Vorstellungsraum zu kreieren. 


Unten: Installationsansicht zur Ausstellung "Lichtblicke", Schloss Osterstein, Gera, 2017.




"Bosnien 2014"

C-Print

Bosnien-Herzegovina 2014


Vor weniger als 25 Jahren gab es in Europa Konzentrationslager, systematisierte Massenvergewaltigungen und ethnische Säuberungen. Eine Gesellschaft erholt sich. Zwischen einschusszerlöcherten Fassaden und gläsernen Wolkenkratzern. In belebten Einkaufstrassen und verminten Landstrichen. Mit dem Erbe des Kommunismus und der Rechtfertigung der Religion.


Das Projekt "Bosnien 2014" ist eine fotografische Dokumentation der Eindrücke meiner Studienreise nach Bosnien-Herzegowina.

Installation aus 9 Bildern, verschiedene Formate, im Rahmen 70 cm x 100 cm oder Petersburger Hängung.